Mit Windenergie schon früh auf das richtige Pferd gesetzt! R.A. Hessmer macht Windkraftanlagen sicherer.

Firmensitz Unterm Grünen Berg
Verbindungsbolzen wie dieser sorgen in Windkraftanlagen für Sicherheit.
Mit Hessmer-Verbindungen werden auch die Rotoren der Windkraftanlagen in Dingeringhausen an der Nabe befestigt.

Wenn irgendwo in Deutschland eine neue Windkraftanlage aufgestellt wird, dann freut man sich bei der Firma R. A. Hessmer GmbH Unterm Grünen Berg in Plettenberg.
Der Familienbetrieb mit 45 Mitarbeitern hat schon früh auf die erneuerbaren Energiequellen gesetzt und seine Produktion dahin ausgelegt. „Das war Mitte der 90er Jahre", erinnert sich Inhaber Peter Hessmer. „Und das war zu dieser Zeit gar nicht so leicht, da wurde man eher belächelt wenn man sagte, die Windernergie ist die Energie der Zukunft." So war es auch nicht einfach, bei den Banken Geld für den Bau neuer Produktionsanlagen aufzunehmen, um künftig Teile für den Bau neuer Windkraftanlagen zu fertigen.
Heute, beinahe 25 Jahre später, ist klar, dass man bei Hessmer damals auf das richtige Pferd gesetzt hat.

15 bis 16 Tonnen Material werden heute täglich für die Produktion unseres „Produkt des Monats" benötigt. Sattelzüge mit neuen Stahllieferungen fahren ein und aus. Doch welches Bauteil in einer Windkraftanlage wir in diesen gigantischen Mengen benötigt?  Eigentlich bestehen die „Windmühlen" doch nur aus einem Turm, einem Häuschen, ein „bisschen Technik" im Inneren und drei gigantischen Flügeln aus Kunststoff, oder?

Unser „Produkt des Monats" aus Plettenberg findet sich jedoch gut versteckt im Inneren der Flügel.
Dass die gigantischen Rotorblätter an Windkraftanlagen enormen Kräften ausgesetzt sind, kann man sich vorstellen. Die Verbindung zwischen Rotorblatt und Nabe ist eine sehr sensible Stelle. Die riesigen Rotorblätter werden auf Schwerlasttransportern einzeln angeliefert und erst vor Ort in luftiger Höhe miteinander verschraubt.
Pro „Blatt-Nabe-Verbindung" werden dabei 70 Schraubverbindungen benötigt, um die auftretenden Kräfte aufzunehmen. Große Bolzen aus dem Hause Hessmer mit einem Durchmesser von 75 Millimetern kommen hier zum Einsatz. Verbunden werden je zwei dieser Bolzen durch zwei Dehnschrauben, die ebenfalls bei Hessmer produziert werden. So werden an nur einer „Blatt-Naben-Verbindung" einer modernen Windkraftanlagen über 200 Bauteile mit einem Gesamtgewicht von über einer Tonne aus Plettenberger Produktion benötigt.

Und damit nicht genug: Moderne Windkraftanlagen haben Rotorblätter mit einer Gesamtlänge von nahezu 100 Metern. In einem Stück bekommt man diese gigantischen Flügel nicht aus dem Werk an die Baustelle transportiert. Also müssen die Rotoren vor Ort zunächst aus zwei GFK-Bauteilen zusammengeschraubt werden. Und auch hier kommen Hessmer-Verbindungen zum Einsatz. Im Falle der „Blatt-Blatt-Verbindungen" großer Windkraftanlagen 72 Bolzen mit einem Durchmesser von 115 Millimetern und 72 Dehnschrauben. Gesamtgewicht ebenfalls gut eine Tonne.
Und in der Regel hat eine Windkraftanlage drei dieser gigantischen Rotorblätter.

Betriebsleiter Frank Kornblum hat am "Produkt des Monats" schwer zu tragen. Fotos: St. Reeder

"Produkt des Monats" kein Leichtgewicht

Um unser „Produkt des Monats" vor die Kamera zu halten, muss man schon ein Mann von der Statur des Betriebsleiters Frank Kornblum sein. Gut 40 Kilogramm bringt die Baugruppe auf die Waage, um die es geht. Sie besteht aus zwei Stahlbolzen, zwei Dehnschrauben und zwei großen Muttern. „Wir bekommen den Stahl als Stangenware angeliefert", erklärt Kornblum. „Die Stangen werden auf Länge gesägt und anschließend in mehreren Arbeitsschritten CNC-gefräst und anschließend mit Bohrungen und Gewinden versehen."

Seriennummern werden eingestanzt ...
... so lässt sich jedes Teil genau identifizieren.
Zwei Generationen Hessmer leiten heute den Betrieb. Die Geschäftsführer Peter und Michael Hessmer mit ihren Ehefrauen Dorothea und Yvonne. Foto: privat

Bevor ein Bolzen das Werk zum anschließenden Verzinken verlässt, wird er genau geprüft und mit einer individuellen Produktionskennung versehen. „Dadurch lässt sich der Weg des Materials von der Anlieferung bis zum fertigen Bauteil lückenlos nachvollziehen."
Präzision und technisches KnowHow bei der Produktion spielen bei diesen Verbindungsbolzen eine sehr große Rolle.
In 3. Generation wird der Familienbetrieb Hessmer heute geführt. Gründer Robert Adolf Hessmer war gelernter Bankkaufmann und gründete 1936 zunächst in bescheidenen Verhältnissen auf dem Gelände der benachbarten Firma Rasche einen Blechhandel. Später begann er mit seinem Bruder Alfred Hessmer die Produktion von Schrauben. Das gemeinsame Unternehmen wuchs und 1939 wurde die erste Produktionshalle gebaut. Nach dem Tod Robert Adolf Hessmers übernahmen 1965 dessen Bruder und seine Ehefrau die Geschäfte. Die zweite Generation trat 1976 mit Peter und Dorothea Hessmer in den Betrieb ein. Seit 1999 ist Sohn Michael Hessmer mit Ehefrau Yvonne dazugekommen, so dass Vater und Sohn heute gemeinsam die Geschicke des Familienunternehmens leiten.

2014 beendete das Unternehmen seinen letzten größeren Umbau. Im laufenden Betrieb wurden die teils veralteten und zu klein gewordenen Produktionshallen mit einer neuen großen Verarbeitungshalle überdacht. „Gleichzeitig die alten Hallen abzureißen und dafür zu sorgen, dass die Arbeit darin nicht zum Stillstand kommt, war eine große Herausforderung", erinnert sich Peter Hessmer. Wände, Böden und der gesamte alte Dachstuhl wurden nach und nach herausgerissen, so dass die Mitarbeiter teilweise im Freien standen und sich dennoch darum kümmerten, dass der Betrieb weiterlief. „Der Umbau hat sich aber gelohnt und bei unseren Mitarbeitern haben wir uns mit einem großen Einweihungsfest der neuen Halle herzlich bedankt", so Dorothea Hessmer.
Mit den modernen Produktionshallen und den damit gewonnenen Möglichkeiten, schauen die Hessmers optimistisch in die Zukunft. Dank der Unabhängigkeit von der Automobilindustrie  ist man nicht mit den damit verbundenen Schwankungen konfrontiert.

Für Innovationen war der Betrieb aus Plettenberg schon immer gut. So lieferten Schrauben Hessmer aus Plettenberg die Schrauben, die bis heute das „schwebende olympische Zeltdach" des Olympiastadion in München sicher halten – und das seit 1972.
Und bis heute sucht das Plettenberger Familienunternehmen stets neue Betätigungsfelder, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Eines davon soll die Luft- und Raumfahrt-Technik sein, in der Schrauben Hessmer Fuß fassen möchte. Auch dort werden hochfeste Verbindungen aus Plettenberg benötigt, ist sich Peter Hessmer sicher. Und wer weiß, ob auf diesem Wege nicht schon bald das nächste „Produkt des Monats" Unterm Grünen Berg entwickelt wird.
  

Ein weiteres innovatives Produkt von Schrauben Hessmer aus Plettenberg: Verbindungen am Olympiastadion in München.
Dach Olympiastadion München

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