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geöffnet

Kunst in der City

Kurzinfo:

10 Tage präsentieren 10 zeitgenössische Künstler ihre Werke in Geschäftsräumen und Leerständen in der Plettenberger Fußgängerzone. Die Ausstellung wird organisiert vom Kunstförderverein WERKSTATT PLETTENBERG und der KUNSTHALLE SÜDWESTFALEN aus Werdohl. Die Fußgängerzone, einst eine Flaniermeile, hat an Glanz und Anziehungskraft verloren. Die Aussteller möchten mit diesem Kunstprojekt etwas entgegen setzen. Wie auch auf der aktuellen documenta 14 in Kassel übernehmen Künstler leerstehende Flächen oder besetzen Räume, um diese in Orte der Kunst zu verwandeln. Ausstellungsorte sind Büro und Keller Wilhelmstraße 24 (Architekturbüro Gärtner), wo auch die Eröffnung stattfindet, Ladenlokal Wilhelmstraße 25 (Haus zur Sonne), Ladenlokal Wilhelmstraße 21 (Leder Seuster) sowie Erd- und Obergeschoss Grünestraße 3 (Café Ochtendung).

Die belgische Multimedia-Künstlerin Line Boogaerts wird beispielsweise die beiden großflächigen Fenster des Architekturbüros Gärtner Wilhelmstraße 24 während der Ausstellungseröffnung bemalen. Sie bezieht sich bei ihrer Motivwahl auf die Arbeiten des Architekten. In denselben Räumen zeigt der mehrfach mit Kunstpreisen ausgezeichnete Thomas Kuhn unter anderem seine Glasobjekte. Er arbeitet mit den Gegensätzen von Material und dargestellten Objekten. Ein verbogener Dübel inklusive Schraube wird beispielsweise aus hochwertigem Silber gefertigt, Brotschreiben aus Blei, Styropor aus Glas.

Für die Installation von Pee Groß muss man sich in den Keller unter dem Architekturbüro Gärtner begeben. An diesem beengenden, dunklen Ort erwartet den Besucher ein Werk, das an David Lynch-Ästhetik erinnert, was in jedem Betrachter eine andere Assoziation weckt.

Mirjam Elburns Arbeiten konfrontieren uns dagegen oft mit Dingen, die wir so nicht erwartet haben. Haare - eines der wohl bekanntesten Materialien in Mirjam Elburns Arbeit - sind zum einen alltäglich und dennoch ein sehr persönliches Thema. Selbst abgeschnitten scheinen sie einen Teil der Persönlichkeit mitzunehmen, weswegen sie in vielen Kulturen eine magische Zutat sind. Oft erscheint Haar am Körper lebendig, losgelöst davon tot. Die Haare in Mirjam Elburns Arbeiten scheinen hier so gar nicht tot, sondern recht lebendig, sie wuchern geradezu aus dem Papier heraus.

Gegenstände, Lebewesen, Beziehungen obliegen der ständigen Veränderung bis hin zum Tod bzw. bis zu deren Zerfall. Dies ist ein Ansatz, den Sandra Letzing in ihren Arbeiten - egal ob Malerei, Fotografie oder Skulptur - aufgreift und weiterführt. Der ästhetische Reiz von Müll, alten und vergessenen Gegenständen oder verfallenden Gebäuden, sind wiederkehrende Thematiken. Kartonagen, Plastikverpackungen und Gegenstände dienen zum einen als Maluntergrund oder werden zum Sujet für Leinwand, Kamera und Objekt. Sandra Letzing zeigt die Komplexität von Schönheit und Vergänglichkeit und stellt eine Verbindung her zwischen uns und dem uns umgebenden Wohlstandsmüll.

Es wäre vorschnell, Silke Krah als eine künstlerisch emsige Spaßmacherin zu verstehen. Dazu weiß sie zuviel von den Schräglagen des Lebens, und so ist sie daran interessiert, unterschiedliche Gesellschaftskonventionen und andere politische und unpolitische Lagen auszuloten. Das Spielen mit und die Verschiebungen von Wirklichkeiten und Perspektiven sind ihre Parameter. In Plettenberg zeigt sie unter anderem ihre Holz-Waffen, die sowohl an Spielzeug als auch an Kindersoldaten erinnern.

Thomas Volkmann zeigt figurative, expressive Malerei und Collagen. Eine Assoziationskette aus Literatur, Mythologie und Kunstgeschichte wird in wuchtigen Pinselstrichen mit collageartigen Eingriffen und diversen Zitaten verwoben. Ein auf den ersten Blick verwirrend erscheinender Kosmos erschließt sich, sobald man sich darauf einlässt.

Emmie Sophie Micheln präsentiert Objekte, die sie aus Heiligenbildern montiert hat. Sie sagt dazu: "Die Anmutung von Heiligenbildern übt eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Wenn sie schon ein Leben hatten, bevor sie zu mir gelangt sind, wenn sie Spuren tragen von Menschen, die irgendetwas in ihnen sahen. Die Schönheit, die ich in ihnen sehe, berührt mich tief und ich kann mich lange im Betrachten verlieren. In Verbindung mit Worten, die ich in ihnen gesucht habe, ergibt sich etwas, für das ich den Namen Sankt Synästhesia fand. Eine ganz eigentümliche Vermischung. Die Worte sind mir überall auf meinen Wegen begegnet, haben ihrerseits ein Leben, ihre eigene Magie. Sie und auch die Heiligenbilder können alleine für sich stehen. Doch zueinander gestellt, ergibt sich eine andere Bedeutung mit größerer Spannweite."

Betrachtet man Arbeiten von der aktuellen Stipendiatin, Angela Kühner, kann man die Bewegung im Raum und auf der Fläche nachvollziehen. Die Betrachter/innen werden dazu eingeladen, einen "Stimmungsraum" zu betreten, der sich aus Linien und Flächen zusammensetzt und entfaltet. Gewohnte Formate werden dabei erweitert und überschritten, die Arbeiten etnstehen unter der Einbeziehung des öffentlichen Raumes oder des Ausstellungsraumes.
Abhängig von der eigenen Positionierung verändert sich der (Bild-)Raum und lädt dazu ein, sein eigenes Gefühl, seine eigenen Gedanken zu einem Thema, der Arbeit im Augenblick der Betrachtung zu vervollständigen. Kennzeichnend für die Arbeiten von Angela Kühner ist eine stete Veränderung der Dynamik und des Erscheinungsbildes der Linie, abhängig von der Stimmung und der inhaltlichen Grundlage der Künstlerin. Die Linie als künstlerisches Ausdrucksmittel - ein Ergebnis maximaler Reduzierung der eigenen Zeichensprache.
Häufig arbeitet Angela Kühner in mehreren Medien gleichzeitig; so entstehen neben raumgreifenden Arbeiten Zeichnungen, Malerei und Druck(grafiken). In der Betrachtung trifft man auf architektonisch anmutende Linienkonfigurationen und Figuren oder Ideen von Mustern, Andeutungen, die dazu einladen, ein eigenes Bild zu kreieren.

„Kinder im Cafe, ein Augenblick auf dem Rummel, eine Figur am Strand oder in der Straßenbahn, die Ecke eines Zimmers:  Johanna Winkelgrund entwirft mit ihren Bildern Szenen, die dem Alltag abgetrotzt sind. Aufgeschnappt im Vorübergehen oder in beharrlicher Beobachtung zur durchdachten Komposition verdichtet… erfasst sie das Individuum pauschal, baut es in verschiedenen Haltungen zueinander in den Raum, sei es im Innenraum oder in der freien Natur… doch sind ihre Schöpfungen beredtes Zeugnis der Vereinzelung des Menschen in der heutigen Zeit, in der die Kommunikationsmöglichkeiten die Menschen im begrenzten Raum separierter Mikrokosmen (Freundeskreis, Familie, Beruf) mehr vereinzeln als miteinander verbinden…“
(Auszug  „en passant - Versuch über die Malerin Johanna Winkelgrund“ von Thomas Staudt;  Leipzig, Kunsthistoriker und Journalist) 

 


Termine

Freitag, 21.07.2017 18:00 - 23:00 Uhr

Weitere Termine anzeigen

Samstag, 22.07.201711:00 - 18:00 Uhr
Sonntag, 23.07.201711:00 - 16:00 Uhr
Freitag, 28.07.201711:00 - 18:00 Uhr
Samstag, 29.07.201711:00 - 18:00 Uhr
Sonntag, 30.07.201711:00 - 16:00 Uhr

Preise

Eintritt frei

Veranstalter

Werkstatt Plettenberg
Herr Engelkemeier
Kirchstraße 10
58840 Plettenberg

Telefon: 02391/923212
Telefax: 02391/923128
E-Mail des Veranstalters
Webseite des Veranstalters

WERKSTATT PLETTENBERG, Kreis zur Förderung der bildenden Kunst e.V. in Kooperation mit der KUNSTHALLE SÜDWESTFALEN, Werdohl


Die Werkstatt wurde 1983 von Kunstinteressierten um den Plettenberger Bildhauer Peter Klassen nach dem Vorbild der Werkstatt Altena gegründet.
Vereinszweck ist die Förderung junger bildender Künstler. Hierzu wird jährlich ein Stipendium an eine(n) Absolvent/in/en einer deutschen Kunsthochschule vergeben. Es handelt sich um ein Anwesenheitsstipendium von Mai bis Oktober. Wohnort der Stipendiaten ist das Haus Kirchplatz 10, ein historisches Fachwerkhaus am Kirchplatz hinter der romanischen Christuskirche mit einem kleinen Garten. Während der Anwesenheit der Stipendiaten finden regelmäßige Treffen des Vereins statt.
Neben den Ausstellungen im Zusammenhang mit dem Stipendium werden auch sonstige Ausstellungen - insgesamt etwa vier pro Jahr - durchgeführt, die zum Teil durch das Kultursekretariat Gütersloh, zum Teil selbst kuratiert werden. Ausstellungen werden in der Regel im Ratssaal und in der Galerie der Sparkasse durchgeführt.

Der Verein besteht aktuell aus 110 Mitgliedern. Die Mitgliedschaft kann schriftlich beantragt werden (sh. Homepage des Vereins). Der Mitgliedsbeitrag beträgt mind. 25 € pro Jahr, bei Schülern, Studenten und Personen ohne festes Einkommen mind. 12,50 €. Jugendliche unter 18 Jahren sind beitragsfrei.


Veranstaltungsort

Innenstadt
Wilhelmstraße
58840 Plettenberg


Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Haltestelle Am Untertor

Zentraler Omnibusbahnhof Grünestraße

Barrierefreiheit

  • Zugang barrierefrei
  • Behindertengerechtes WC


Anfahrt: Routenplaner aufrufen


Angaben ohne Gewähr, Änderungen vorbehalten.


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