Neubau zweier Brücken über die Bahn in Ohle

Auf Anregung der DB AG bemüht sich die Stadt Plettenberg seit Jahren, für die höhengleiche Bahnkreuzung Nordstraße einen geeigneten Ersatzstandort mit einer niveaufreien Überführung zu finden. Hinzu kommen Forderungen der Bezirksregierung zur Verbesserung der äußeren Erschließung der Flächen nördlich der Bahnanlage. Ebenso häufen sich Ausfälle der Technik des Bahnüberganges, die zu längeren und für die Anlieger ärgerlichen Sperrungen des Überganges führen.

In Verbindung mit Sanierungsüberlegungen für die vorhandene Fußgängerbrücke bei Bahn-km 46,280 stellte sich im Rahmen einer Machbarkeitsstudie, die verschiedene Varianten enthielt, heraus, dass in diesem Bereich auch der Bau einer neuen Straßenbrücke über die Bahn realisiert werden kann

Demzufolge kann die Erschließung des Baugebietes nördlich der DB-Strecke Hagen-Siegen zukünftig kreuzungsfrei von der Lennestraße (B236) aus über diese neu zu errichtende Brücke erfolgen

Resultierend aus der Aufhebung des schienengleichen Bahnübergangs Nordstraße ist als Ersatz der Bau einer Fußgängerbrücke notwendig.

Heutige Situation: Die verkehrsmäßige Erschließung der Flächen nördlich der Bahnstrecke erfolgt heute über die Nordstraße mittels eines höhengleichen Bahnüberganges. Direkt anschließend beginnt westlich die Bebauung „Am Stübel“. Östlich verläuft die Straße „Am Friedhahn“ mit aufgelockerter Bebauung parallel zur Bahn bis zum Wohngebiet Öl-mühle/Friedhahn. Dieses Wohngebiet ist derzeit auch mittels einer Fußgängerbrücke über die Bahn von der B 236 zu erreichen. Die Brücke befindet sich in einem desolaten Zustand.

Zukünftige Situation:  Das nördlich gelegene Wohngebiet Ölmühle/Friedhahn wird über eine neue Straßen-überführung bei Bahn-km 46,297 angebunden. Die vorhandene Fußgängerbrücke wird in diesem Zusammenhang entfernt. An diese neue Straßenverbindung wird auch das Wohngebiet „Am Stübel“, über die parallel zur Gleisachse verlaufende Straße Am Friedhahn angebunden. Damit kann der höhengleiche Bahnübergang Nordstraße bei Bahn-km 45,741 aufgegeben werden.

Um in diesem Bereich dem fußläufigen Verkehr weiterhin eine Überquerung der Bahnanlagen zu ermöglichen, wird westlich des alten Bahnüberganges etwa bei Bahn-km 45,675 eine neue Fußgängerbrücke mit behindertengerechten Rampen hergestellt.

Grundlage für die Umsetzung der Baumaßnahme ist der am 26.06.2006 in Kraft getretenen Bebauungspläne Nr. 107 – „Ölmühle“ und Nr. 108 – „Fußgängerbrücke Stübel“.

Neben den erforderlichen Erschließungsstraßen werden zwei Brücken über die Bahn neu errichtet. Die Planung dieser beiden Ingenieurbauwerke erfolgte durch das Ingenieurbüro Grassl aus Düsseldorf. Im Zuge der Arbeiten erfolgt durch die Deutsche Bahn der Umbau der vorhandenen Oberleitung entsprechend den Erfordernissen aus den geänderten örtlichen Verhältnissen (Entfall des Bahnübergangs und Neubau der zwei Brücken).

Die Straßenbrücke B236 – Öhlmühle  wird als Zweifeldbrücke mit in Brückenachse gemessenen Stützweiten von ca. 15,60 m ausgeführt. Der Überbau ist als WIB-Konstruktion (Walzträger in Beton) mit einer in Gradientenachse gemessenen Überbauhöhe von 0,50 m konzipiert. Dieses Bauwerkssystem stellt bei den vorhandenen geometrischen und betrieblichen Randbedingungen eine wirtschaftlich günstige Lösung dar.

Da das vorhandene Gelände im Süden der geplanten Überführung auf Höhe der B 236 liegt, muss die neue Verbindungsstraße über eine Dammschüttung an die Brücke herangeführt werden. Der Abschluss des Dammes zu den Gleisen der DB AG wird durch ein kastenförmiges Widerlager gebildet. Wegen des ansteigenden Geländes läuft die Verbindungsstraße im Norden der Brücke etwa auf Höhe des vorhandenen Böschungskopfes aus. Auch hier erfolgt die Abgrenzung zum Straßenraum über ein kastenförmiges Widerlager, wobei die vorhandene Neigung der Böschung aufgrund des felsigen Unter-grundes aufgenommen und mit ca. 1:1,5 im unteren Böschungsbereich ausgeführt wird

Die Fußgängerbrücke Nordstraße wird als Einfeldbrücke mit einer in Brückenachse gemessenen Stützweiten von 19,85 m ausgeführt. Der Überbau ist als Stahlkonstruktion mit einer Überbauhöhe von 0,69 m konzipiert. Dieses Bauwerkssystem stellt bei den vorhandenen betrieblichen Randbedingungen aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades eine wirtschaftlich günstige Lösung dar.

Der Anschluss des neuen Fußweges an die nördlich verlaufende Straße „Am Stübel“ erfolgt über eine Dammschüttung. Der Abschluss dieses Dammes zu dem nördlich der Gleise verlaufenden Bahnseitenweg wird durch ein kastenförmiges Widerlager gebildet.

Die Auflagerung des Überbaus auf der Südseite erfolgt auf einem Einzelpfeiler mit einer Breite von 1,65 m.  

Die Tragkonstruktion der Rampenwände auf der Südseite wird durch Spundwände ausgeführt, um das Arbeiten in der Nähe der Oberleitungen zeitlich auf ein Minimum zu beschränken. Die Stützwände für die mittleren Rampengänge sind im Entwurf als Trogkonstruktion in Stahlbeton konzipiert. Während die Spundwandoptik auf den bahnseitigen Sichtflächen beibehalten wird, werden die südlichen Wandflächen durch eine Verkleidung mittels Gabionen im unteren Rampenbereich bzw. durch eine Mauerwerksverblendung im mittleren Bereich verdeckt. 

Bedingt durch das einzuhaltende Lichtraumprofil der Bahn liegt die Oberkante des neuen Überführungsbauwerkes etwa 7 m über dem bestehenden Gelände. Um dieses Niveau zu erreichen, ist östlich der neuen Brücke eine behindertengerechte Rampe vorgesehen. Die Rampenneigung wurde mit maximal 8% berücksichtigt. Nach jeweils 6 m Steigungslänge ist eine Podestfläche mit 1% Neigung als Ruhefläche konzipiert.

Im Bereich des Überbaus verläuft der Fußweg in einer Geraden. Der Kreuzungswinkel zwischen Überbauachse und der darunter befindlichen Gleisachse liegt bei ca. 98 gon.

Für den Fußweg ist im Brückenbereich eine Nutzbreite von 2,50 m vorgesehen. Die Gesamtbreite zwischen den Geländern beträgt 2,76 m.

Bei der unten liegenden Anlage der Deutschen Bahn AG handelt es sich um die zweigleisige, elektrifizierte Strecke 2800, Hagen-Haiger. Auf der Strecke findet in erheblichem Umfang Bahnverkehr (Personen- und Güterzüge) statt. Da die Bauausführung mit Beeinträchtigungen für den Zugverkehr einhergeht sind mehrfach Sperrungen der Gleise erforderlich. Aufgrund der hierfür erforderlichen Vorlaufzeiten ist eine langfristige Terminkoordination und Anmeldung der benötigten Sperrpausen erforderlich. Die Abstimmungen laufen zurzeit. Mit einem Baubeginn wird zurzeit Anfang 2021 gerechnet, die Bauzeit wird ca. ein Jahr betragen. Grundlage für die Bauausführung ist ein mit allen Beteiligten abgestimmter Bauzeitenplan. Dieser wird zurzeit erarbeitet und nach Vorstellung in den politischen Gremien hier auch veröffentlicht.

Alle Maßnahmen, die mit der Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs Nordstraße im direkten Zusammenhang stehen, werden auf der Grundlage des Eisenbahnkreuzungsgesetzes abgerechnet. Es erfolgt eine Kostenteilung zwischen Bund, Bahn und Stadt Plettenberg.

Die Stadt Plettenberg hat für Ihren Anteil einen Förderantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg gestellt

Nachfolgend finden Sie verschiedene Planunterlagen zum Download:

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