Jugendgerichtshilfe

Wenn’s vor den Kadi geht: Das Jugendamt kümmert sich auch um Jugendliche, die auf die schiefe Bahn gekommen sind.

Jugendhilfe bei Strafverfahren Teenager vor den Kadi begleitet: „Begreifen, was ein Faustschlag anrichtet“.
Damit es nach der „Jugendsünde“ nicht auf der schiefen Bahn weitergeht: Das Jugendamt kümmert sich um junge Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Vom Schwarzfahren über den Ladendiebstahl und das Fahren ohne Führerschein bis zur handfesten Schlägerei: „Was die Jugendlichen auf dem Kerbholz haben, ist ganz unterschiedlich. Bevor sie aber vor den Richter kommen, sind sie erst einmal bei uns“, sagt Sigrid Wiese-Bertels. Sie ist Jugendgerichtshelferin. Wer zwischen 14 und 20 Jahre alt ist und straffällig wird, wird automatisch ein Fall für die Jugendgerichtshilfe. „Uns interessiert dabei der Mensch, der hinter der Straftat steckt“, so Sigrid Wiese-Bertels. Sie spricht intensiv mit den straffälligen Jugendlichen. „Auch das Umfeld klopfen wir ab: Wir reden mit den Eltern, mit Lehrern, manchmal auch mit Freunden, Trainern, Betreuern im Klub. Wir machen uns ein komplettes Bild von dem jungen Menschen, der vor den Kadi muss“, sagt die Jugendgerichtshelferin.

Sitzt der Jugendliche dann auf der Anklagebank, ist auch Sigrid Wiese-Bertels mit im Gerichtssaal. Ihr Bericht, den sie über den jungen Menschen gemacht hat, hat beim Richter Gewicht. Mehr noch: Die Jugendgerichtshelferin macht dem Richter Vorschläge für geeignete Maßnahmen. „Der Richter erlebt den jungen Straftäter nur für die relativ kurze Dauer des Prozesses. Wir kennen in der Regel eine ganze Menge von dem Menschen – seine familiären Probleme, seine Persönlichkeit, seinen Lebenslauf und natürlich auch seine Stärken“, so Wiese-Bertels vom Jugendamt der Stadt Plettenberg.
Die meisten Fälle seien „Jugendsünden“ – die Straftäter „Eintagsfliegen“. Bereits im Vorfeld eines Strafverfahrens bemüht sich die Jugendhilfe um einen Täter-Opfer-Ausgleich. Oder sie vermittelt soziale Trainingskurse, um Rückfälle zu vermeiden. Als „Strafe“, die mehr erziehen als strafen soll, wird häufig eine gemeinnützige Arbeit aufgegeben. „Haftstrafen sind eher die Ausnahme als die Regel“, sagt Sigrid Wiese-Bertels. Lediglich drei Jugendliche – und damit weniger als 2,6  Prozent der Fälle – gehörten in diesem Jahr zu den so genannten Intensivtätern.
Wenn sich Sigrid Wiese-Bertels vom Jugendamt um die Teenager kümmert, dann hat sie immer ein Ziel vor Augen: „Runter von der schiefen Bahn“. Sie fragt nach den Gründen, warum die junge Mutter im Supermarkt geklaut und warum der Schüler zur Droge gegriffen hat. Sigrid Wiese-Bertels weiß, worauf es ankommt: „Ein Jugendlicher muss begreifen, was ein Faustschlag anrichtet. Alle wissen, dass sie Mist gebaut haben. Und die meisten Jugendlichen lassen sich auch helfen.“
Eltern oder Schulen können sich auch an die Jugendgerichtshilfe wenden.

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