Wenn Familien Unterstützung brauchen- Die Familien- Krisenmanager

In vielen Kinderzimmern gibt es sie: die „Struwwelpeter-Geschichten“. Meistens als Buch. Manchmal passieren sie dort aber auch. Dann suchen Eltern nach Hilfe – und finden sie beim Jugendamt. Hier gibt es so etwas wie ein „Familien-Krisenmanagement“. Dieses hat im vergangenen Jahr vielfach bei Konflikten rund um die Erziehung geholfen. Die Themenpalette, um die sich das Jugendamt dabei kümmert, ist breit: ratlose Eltern, Familienkrisen, Schulprobleme, Gewalt, Alkohol- und Drogensucht.

„Nur mit Schreierei kann Erziehung nicht klappen. Erst recht nicht, wenn dann auch noch die Hand ausrutscht. Bevor Eltern so hilflos reagieren, sollten sie dringend in die Beratung kommen“, sagen die Bezirkssozialarbeiterinnen und Bezirkssozialarbeiter. Das ist übrigens das gute Recht von Eltern und Kindern.

Für viele stellt der Gang zum Jugendamt aber immer noch eine enorme Herausforderung dar. Es fällt schwer, sich einzugestehen, dass man mit der Erziehung überfordert ist. Oder die Betroffenen haben sogar Angst, dass ihnen die Kinder weggenommen werden. „Aber genau diese Angst ist unbegründet. Der Kontakt mit dem Jugendamt ist oft bereits der erste Schritt zur Lösung. Unser Ziel ist es, zusammen mit den Familien einen Weg aus Problem- und Krisensituationen zu finden“, wissen die Dipl. Sozialarbeiterinnen und Dipl. Sozialarbeiter des Jugendamtes.

„Wer mit lästiger Telefonwerbung bombardiert wird, geht zur Verbraucherzentrale. Wer mit seinem Stromanbieter unzufrieden ist, zur Energieberatung. Und wer Beziehungsprobleme hat, zur Eheberatung. Genauso selbstverständlich sollte das Jugendamt die Anlaufstelle bei Problemen in der Familie sein“, sagen die Fachkräfte.

Die Gründe, sich Rat und Hilfe zu holen, können sehr unterschiedlich sein: Kinder, die sich auffällig verhalten, Beziehungsprobleme oder Trennung und Scheidung der Eltern. Auch bei Ärger in der Schule oder Problemen mit der Ausbildung hilft das Jugendamt. 

Das Jugendamt ist eine „Servicestelle mit Profis an Bord“ für Eltern, Kinder und Jugendliche. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben wertvolle Tipps. „Wir sind keine ‚Super-Nannys’ aus dem Fernsehen mit Patentrezepten in der Tasche. Wir gehen direkt in die Familien und suchen gemeinsam nach individuellen Lösungen“, sagen die Bezirkssozialarbeiterinnen und Bezirkssozialarbeiter.

Das Ziel unseres Jugendamtes ist, dass Kinder und Jugendliche in ihrer Familie und im vertrauten Umfeld bleiben können. Erst wenn es keinen anderen Weg gibt, werden Hilfen außerhalb der Familie bei Pflegeeltern, in Einrichtungen oder Wohngruppen gewährt. „Dann aber, um die Kinder zu schützen und um ihnen bessere Chancen zu geben, im Leben Fuß zu fassen“, so die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt leben 30 Kinder und Jugendliche derzeit in Pflegefamilien – vermittelt vom Jugendamt, 23 in einer Einrichtung oder einer anderen betreuten Wohnform.

 

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