Hund im Dienst!

Blindenführhund

Regeln und Tipps im Umgang mit Blindenführhunden

Ein Blindenführhund (oft Blindenhund genannt) führt seinen blinden oder hochgradig sehbehinderten Halter sicher durch die Gegend wie über Straßen, in Geschäfte oder in den Zug. Ich muss Gegenständen, wie zum Beispiel Laternen, Blumenkübel, abgestellten Fahrzeugen, abgestellten Taschen / Koffern und Passanten ausweichen und gleichzeitig darauf achten, dass auch mein Halter daran sicher vorbeikommt. Ebenso muss ich darauf achten, dass sich mein Halter nicht an herabhängenden Markisen oder auch an Pflanzen stößt und Gefahren wie Treppen oder Absätze anzeigen. Auf Hörzeichen muss ich unter anderem Treppen und Türen, Ampeln, Zebrastreifen und freie Sitzplätze finden, mich aber dem Hörzeichen zum Gehen widersetzen, wenn beispielsweise die zu überquerende Straße nicht frei ist. Mein Halter muss den Bewegungen von mir, die er über das Führgeschirr vermittelt bekommt, folgen und mir die notwendigen Signale geben.
Damit das alles funktioniert, müssen mein Halter und ich uns sehr konzentrieren!

Bitte folgende Regeln beachten!

Blindenführhunde in Arbeit erkennt man grundsätzlich am Führgeschirr – der Bügel, an dem sich der Halter festhält, kombiniert mit der Kenndecke oder dem Kennhalstuch oder der Kenndecke am Führbügel, weißem Halsband und Leine.

Verhalten gegenüber einem Blindenführhund in Arbeit:

  • Nicht ablenken!
  • Den Führhund nicht durch Anstarren, Ansprechen oder Locken ablenken
  • Nicht anfassen:
    Fass oder zerre nie am Führbügel, Leine, Hund oder Halter. Es kann den Hund und Halter verunsichern oder unkonzentriert werden lassen.
    Sprich den Halter an, wenn du Hilfe anbieten möchtest oder Fragen hast.
  • Lasse andere Hunde nicht zum Führgespann – Halter und Hund:
    Sozialkontakte sind im Dienst störend.
  • Nicht erschrecken:
    Ängstige den Führhund nicht durch laute Geräusche von Feuerwerkskörpern, Spielzeugpistolen oder ähnlichem. Dies könnte seine Diensttauglichkeit gefährden.
  • Zutritt gewähren:
    Blinde Menschen sind auf ihre Führhunde angewiesen. Ermögliche ihnen mit ihren Führhunden den Zutritt auch dort, wo Hunde sonst nicht zugelassen sind. Zeige Verständnis, wenn du an solchen Orten Blindenführhunde antriffst. (zum Beispiel im Restaurant, Arzt, Rathaus)

Verhalten gegenüber einem Blindenführhund in Freizeit:

  • Man erkennt den Führhund sowohl im Freilauf als auch an der Leine an dem Halsband oder auch an der Kenndecke und oft hörbarem Glöckchen
  • Im Grunde wie andere Hunde auch – schnuppert spielt, etc.
  • Frage den Halter, ob der Hund angefasst werden darf – Nicht einfach so streicheln!
  • Halter auch fragen, ob evtl. ein Leckerchen gegeben werden darf! Auch wenn man sich kennt!
  • Ist ein Hund bei dir, so sage dem blinden Halter Bescheid, vielleicht können beide Hunde ja spielen

Noch nützliche Tipps:

  • Halter Hilfe anbieten oder eine Frage stellen: Darf ich Ihnen helfen?“ „Darf ich Sie etwas fragen?“
  • Auf Anzeige der Ampel hinweisen: Sage dem blinden oder sehbehinderten Fußgänger, wenn die Verkehrsampel grün wird. Der Führhund kann diese nicht deuten.
  • Rolltreppen meiden: Weise dem Halter eines Blindenführhundes den Weg zu einer normalen Treppe, wenn er danach fragt. Hunde dürfen keine Rolltreppen an laufen, da sie sich dort die Pfoten verletzen könnten.
  • Platz in öffentlichen Verkehrsmitteln lassen: Gib dem Blindenführhund in Bus & Bahn etwas Freiraum. Bedrängte Hunde verlieren nämlich ihre Sicherheit und Konzentration.
  • Weg freigeben: Erleichtere dem Führhund das Führen, indem du ausweichst.
  • Umsichtig parken: Parke dein Auto so, dass das Führgespann auf dem Gehweg noch vorankommt und nicht an Straßenübergängen oder im Einmündungsbereich von Straßen. Das erleichtert blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung und macht die Straßenüberquerung sicherer.
  • Hindernisse vermeiden: Sorge dafür, dass Barrieren wie überhängende Zweige oder Mülltonnen den Gehweg nicht versperren und ein ausreichend breiter und hoher Durchgang bleibt. Sonst muss der Führhund auf die Fahrbahn ausweichen, was den Halter und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.
  • Verletzungen ausschließen: Wirf nichts auf den Gehweg oder die Fahrbahn, das die Hundepfoten verletzen könnte. Entferne gegebenenfalls derartige Dinge schnell und vollständig.

Wenn die Regeln und Tipps angenommen werden, sind der Halter, der Führhund und auch seine Kollegen Assistenzhunde für andere Einschränkungen und dessen Halter sehr dankbar!

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