19.03.2020

Pressemitteilung von Bürgermeister Schulte zur Lage

Liebe Plettenbergerinnen und Plettenberger,

die vergangenen Tage waren recht hektisch, da ständig neue Erlasse ins Leben gerufen wurden und dabei auch noch widersprüchliche Aussagen auf Bundes- und Landesebene getroffen wurden. Heute gab es keine weiteren Erlasse, so dass die Zeit bestand, den bisherigen Stand der Dinge abzuarbeiten.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Baubetriebshofes haben Verbotsschilder auf den Spiel- und Bolzplätzen angebracht. Eine Komplettabsperrung aller Spielplätze mit Gittern wäre zu langwierig, ich hoffe hier auf Ihr Verständnis, dass Sie im eigenen Interesse die Verbotsschilder beachten und die Plätze nicht betreten.
Das gilt im Übrigen auch für alle anderen öffentlichen Plätze. Hier können sie sich zwar aufhalten, aber bitte nicht in Gruppen. Um dies zu unterstützen, habe ich heute nach einem Hinweis das W-LAN-Netz an der Lennepromenade abschalten lassen. Das W-LAN in der Innenstadt ist noch aktiv, aber hier werden wir die Entwicklung beobachten.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachgebietes Sicherheit und Ordnung waren heute wie in den Tagen zuvor unterwegs, um die Einhaltung der Regelungen einzufordern oder auch beratend tätig zu werden. Da bei vielen Geschäftstreibenden aber noch Unsicherheit herrscht, wer welche Tätigkeiten in welchem Zeitrahmen ausüben darf, wird diese Aufgabe sicherlich noch ein wenig anhalten.
Auch hier im Rathaus stand das Telefon nicht still. Von finanziellen Hilfen für Unternehmen über Auslegung der Erlasse für Geschäftstreibende bis zur Rückholung von Angehörigen im Ausland reichte die Bandbreite der Fragen. Wir versuchen zu helfen, wo immer es geht, auch wenn wir oft nicht der direkte Ansprechpartner sind. Zumindest wissen wir dann aber, wer helfen kann.
In diesem Zusammenhang bitte ich auch darum, das Rathaus nur in Notfällen aufzusuchen. Alles, was nicht eilig ist, bitte verschieben. Alles, was per Mail, Brief oder Telefon erledigt werden kann, bitte auch auf diesen Wegen erledigen. Je mehr Besucher ins Rathaus kommen, desto größer ist die Infektionsgefahr. Wenn große Teile des Rathauses unter Quarantäne stehen, wird es schwierig, Sozialhilfe auszuzahlen, vernachlässigte Kinder in Obhut zu nehmen oder sich um die Einhaltung der Regelungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zu kümmern.
Meine Hochachtung geht dabei an die Damen von unserer Zentrale, die die Besucher manchmal umschicken müssen und dabei oft auf Unverständnis stoßen. "F... Dich" ist sicherlich nicht die passende Antwort auf den Hinweis, dass das Jobcenter geschlossen hat. Hier bitte ich um etwas mehr Respekt. Wir haben uns alle diese Situation nicht ausgesucht und wir werden nur dann vernünftig dadurch kommen, wenn wir uns gegenseitig freundlich behandeln.
Dieser Vorsatz sollte nicht nur im Umgang mit Rathausmitarbeiterinnen und -mitarbeitern gelten, sondern für all diejenigen, die zurzeit so viel tun, um unsere Gesellschaft am Laufen zu halten. Die Kassierer im Supermarkt können nichts dafür, dass kein Klopapier oder Mehl mehr da ist. Das liegt an den Hamsterkäufern. Also sollten wir diese Beschäftigten auch nicht unseren Frust spüren lassen, sondern einfach mal "Danke" sagen, dass sie diesen Vorratskaufwahnsinn zurzeit aushält.
In Krankenhäusern und Pflegeheimen ist der Zutritt eingeschränkt. Das geschieht aus gutem Grund, denn unsere alten und kranken Angehörigen sollen geschützt werden. Da kann das Personal nichts für. Die müssen ohnehin mit der tagtäglichen Sorge leben, sich anzustecken und gehen derzeit oft bis an ihre Leistungsgrenze. Das sollten wir respektieren, auf ihre Anordnungen freundlich reagieren und den Besuch bei Oma und Opa - so schwer es fällt - einfach mal aussetzen.
Warten wir ab, was uns die nächsten Tage bringen. Achten Sie auf sich und Ihre Nächsten. Bleiben Sie so weit es geht zuhause.

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