Liebe Plettenbergerinnen und Plettenberger,

an diesem Wochenende feiern wir das Osterfest, den höchsten christlichen Feiertag. Ich kann mich an Osterfeste erinnern, da haben wir die Ostereier im Schnee gesucht. Und an Osterfeste, bei denen wir in der Sonne auf der Terrasse gesessen haben. Immer war Ostern mit Besuchen und Gegenbesuchen von Familie, Verwandten und Freunden verbunden. In diesem Jahr nicht, in diesem Jahr ist alles anders. Besuche fallen aus oder sind nur eingeschränkt möglich, um die Menschen, mit denen wir uns verbunden fühlen, keinem Risiko auszusetzen.

Auch in kleinerem Familienkreis gilt es, die Osterfeiertage so angenehm wie möglich zu gestalten und sinnvoll zu nutzen. Dieses Problem gibt es allerorten, auch in den Großstädten fehlen Beschäftigungsmöglichkeiten, denn die zahlreichen gastronomischen Betriebe und die kulturellen Einrichtungen sind geschlossen. Hier zeigt sich der lebens- und liebenswerte Vorteil unserer Stadt. Plettenberg hat fast 97 Quadratkilometer Fläche und ca. 65 % davon sind Wald. Dank der jahrzehntelangen Forstwirtschaft sind diese Flächen von zahlreichen Wegen durchzogen. Nutzen Sie diese Möglichkeiten und verteilen Sie sich auf dieser Fläche und diesen Wegen, wenn Sie nicht durch Kinderwagen o.ä. an befestigte Flächen gebunden sind. Überlassen Sie die Hotspots wie Talsperren u.a. den Ausflüglern aus dem Ruhrgebiet. Die sollten in dieser Zeit zwar eigentlich zuhause bleiben, aber die haben es halt dort nicht so schön wie wir. Vielleicht kommt bei manchem von denen die Erkenntnis, dass das „Leben auf dem Land“ doch nicht so schlecht ist.

Wenn Sie im Wald unterwegs sind, denken Sie bitte daran, dass Brut- und Setzzeit ist. Bleiben Sie auf den Wegen und halten Sie Ihre Hunde angeleint. Nehmen Sie auch bitte ihren Müll wieder mit nach Hause. In letzter Zeit beobachte ich vermehrt, dass Papiertücher am Wegesrand liegen. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt zwar die einmalige Nutzung von Papiertaschentüchern. Das soll aber nicht bedeuten, dass diese nach Gebrauch an Ort und Stelle in die Landschaft geworfen werden können.

Da mahnende Worte des Bürgermeisters manchmal nicht helfen, hat die Stadt gestern die Treppenstufen an der Waterkant abgesperrt. Die letzten sonnigen Tage haben gezeigt, dass dieser Ort zahlreiche Menschen anlockt, die dann auch nah beieinander sitzen. Dazu ist die Waterkant eigentlich auch gedacht, aber in der jetzigen Situation ist damit das Infektionsrisiko zu hoch. Deshalb bitte ich für diese Maßnahme um Verständnis.

Neben denjenigen, die die Feiertage für Spaziergänge oder andere Aktivitäten nutzen können, gibt es auch die, die während dieser Zeit arbeiten müssen. Genau für diejenigen Menschen, die in der sogenannten kritischen Infrastruktur arbeiten und seit Wochen für uns alle geben, gibt es keinen Feiertag. Neben diesen helfenden Menschen sollten wir auch an die denken, die den Feiertag nicht nutzen können, weil sie erkrankt sind. Leider ist die Zahl der Infizierten in Plettenberg auf 13 Personen angestiegen. Hoffen wir, dass sie diese Krankheit genauso wie die 7 wieder gesunden Personen überstehen werden.

Als Dankeschön für alle helfenden Hände und als Zeichen der Hoffnung in Zeiten der Corona-Krise werden viele regionale Schützenvereine und deren Mitglieder über Ostern ihre Vereinsflaggen hissen. Die Stadt Plettenberg schließt sich dieser Aktion und wird vor dem Rathaus die Stadtfahne aufziehen. Ich selbst werde ebenfalls die Vereinsfahne in meinem Garten hissen und würde mich freuen, wenn möglichst viele Menschen mitmachen.
Ob mit oder ohne Flagge zeigen, wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein schönes Osterfest.

Bleiben Sie gesund!

Ihr
Ulrich Schulte
Bürgermeister

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