Liebe Plettenbergerinnen und Plettenberger,

als ich letzte Woche ein paar Worte zur Corona-Krise geschrieben habe, hatten wir 3 Infizierte und 60 Verdachtsfälle in unserer Stadt. Insgesamt entstand der vorschnelle Eindruck, dass die Zahlen wieder zurückgehen und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens schon Wirkung zeigen. Es gab keinen exponentiellen Anstieg der Infizierten und Kranken und keine Überbelegung der Intensivbetten im Krankenhaus.

Im Ergebnis müssen also viele Menschen Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit oder auch finanzielle Einschränkungen durch Kurzarbeit und Geschäftsschließungen in Kauf nehmen, ohne dass der Grund dafür präsent ist. Dadurch kommt natürlich auch der Gedanke auf, dass alle Maßnahmen übertrieben sind, dass es sich um Panikmache handelt und die einschränkenden Maßnahmen schon vor dem 19. April aufgehoben werden sollten.

Aktuell (Stand 02.04.2020) haben wir in Plettenberg aber 8 Infizierte, 3 Genesene und 111 Verdachtsfälle. Das sieht im Verhältnis zur Einwohnerzahl von Plettenberg auf den ersten Blick nicht viel aus. Der Anstieg von 3 auf 8 Infizierte innerhalb einer Woche bei gleichzeitiger Kontaktsperre zeigt aber, dass sich das Virus doch nicht so leicht eindämmen lässt, und dass wir alle weiterhin Vorsichtsmaßnahmen beachten müssen.
Der Märkische Kreis ist statistisch gesehen noch nicht so stark vom Corona-Virus betroffen wie der Rest von Deutschland. Daran sollten wir uns erfreuen, aber nicht leichtsinnig werden. Insbesondere die zwei Personen aus dem Märkischen Kreis, die in dieser Woche an den Folgen einer Erkrankung mit dem Corona-Virus verstorben sind, sollten uns ermahnen, weiterhin die Infektionsgefahr nicht zu unterschätzen.

Am Mittwoch habe ich an einer Telefonkonferenz zwischen 70 (!) Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern und der Ministerin Frau Scharrenbach teilgenommen. Hier wurde deutlich, dass das Land NRW auch für die Kommunen finanzielle Hilfen und haushaltsrechtliche Erleichterungen plant. Das ist immens wichtig, denn es wird eine Zeit nach dem Corona-Virus geben. Dann muss es Ziel sein, die heimische Wirtschaft wieder ans Laufen zu kriegen. Das kann nicht geschehen, wenn die Kommunen massive Steuererhöhungen festsetzen müssen, um ihre eigenen Finanzschäden auszugleichen. Hoffen wir, dass die vorgestellten Ideen auch umgesetzt werden.

Bleiben Sie gesund!
Ihr Ulrich Schulte
Bürgermeister

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