Foto von Bürgermeister Schulte

Liebe Plettenbergerinnen und Plettenberger,

wie erwartetet hat die Landesregierung Beschränkungen des öffentlichen Lebens ab Montag verhängt. 
Das ist ein weiterer gravierender Einschnitt in unser gesellschaftliches aber auch wirtschaftliches Leben. Restaurants und Gaststätten, aber auch Frisöre müssen schließen. Wichtig für jeden Einzelnen ist es aber, dass Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen nur noch unter besonderen Voraussetzungen erlaubt sind (Kontaktverbot). Umgesetzt wird das Ganze durch eine Rechtsverordnung, die unmittelbar für alle gilt und nicht mehr durch örtliche Allgemeinverfügungen wirksam werden muss. Damit werden auch die unterschiedlichen Regelungen in Städten und Kreisen gleichgesetzt.

Die Freiheitsrechte, die unser Grundgesetz jeder Bürgerin und jedem Bürger gewährt, sind ein hohes Gut. Sie machen unser Land zu dem, was es ist. Trotzdem muss man anerkennen, dass dies ein notwendiger Schritt ist. Die Entwicklung der Infektionszahlen zeigt, dass wir die sozialen Kontakte noch weiter verringern müssen und dass die bisherigen Maßnahmen dafür nicht ausreichen. Daher sind das Kontaktverbot und die weiteren Regelungen die notwendige Konsequenz. Im Gegensatz zu einer generellen Ausgangssperre ergibt sich durch das Kontaktverbot aber weiterhin die Möglichkeit, mit dem Ehepartner oder Familienmitgliedern spazieren zu gehen und Ähnliches.

Bitte nehmen Sie diese Regelungen ernst und treffen Sie sich mit anderen Menschen zuhause oder in der Öffentlichkeit nur unter den Bedingungen der Rechtsverordnung. Polizei und Ordnungsamt werden die Einhaltung der Regelungen kontrollieren und notfalls auch sanktionieren. Lassen Sie es aber bitte gar nicht erst darauf ankommen; beide Organisationen haben im Moment genug zu tun und sollten sich nicht damit beschäftigen müssen, Gruppen in der Innenstadt oder auf der Lennepromenade aufzulösen.

Die Geschäfte für den täglichen Bedarf bleiben geöffnet. Der Handel hat zudem zugesichert, dass die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern gewährleistet ist. Leere Regale ergeben sich nicht, weil die Ware fehlt, sondern weil schneller und in größeren Mengen eingekauft wird, als nachgeliefert werden kann. Hier müssen wir mehr Solidarität leben. Wenn jede/r nur wenig nimmt, ist für alle etwas da.

Achten Sie auf die Menschen in Ihrer Umgebung, die alt oder krank sind und für die im Moment der Aufenthalt zwischen anderen Menschen sehr risikoreich ist. Neben Nachbarn haben sich schon einige Vereine und Gruppierungen bereit erklärt, hier helfend tätig zu werden. Das ist gelebte Nächstenliebe, dafür vielen Dank. Die Stadt Plettenberg wird eine Übersicht der bekannten Einkaufshilfen im Internet veröffentlichen, damit jede/r, der/die Hilfe benötigt, diese auch finden kann.

Die Stadtbücherei hat seit einer Woche geschlossen. Hier bietet sich aber die Möglichkeit, über die Onleihe24 für drei Monate kostenlos E-Books herunter zu laden. Damit kann die Langeweile zuhause vielleicht etwas bekämpft werden. Fragen dazu beantwortet das Team der Stadtbücherei unter Tel. 939953.

Das Rathaus kann derzeit nur in Notfällen betreten werden, eine grundsätzliche Schließung bei Aufrechterhaltung eines Notdienstes schließe ich nicht aus.

Für die Kleinen unter uns, die nach Schließung von Schulen und Kitas ebenfalls ihre Zeit zuhause verbringen müssen, veröffentlicht das Plettenberger Jugendamt auf der Website der Stadt regelmäßig Bastel- und Spieltipps. Diese sind so gestaltet, dass Material verwendet werden kann, dass oft zuhause schon vorliegt, womit aufwendige Einkäufe für Bastelmaterial entfallen.

Durch die Rechtsverordnung - aber auch schon durch die vorherigen Maßnahmen - werden Gaststätten, Restaurants und zahlreiche Geschäft große wirtschaftliche Einbußen haben. Die Bundes- und die Landesregierung haben hier zwar Hilfen angekündigt, es handelt sich dabei aber vielfach um Kredite, also Gelder, die zwar im Moment die Liquidität sichern, aber irgendwann zurückgezahlt werden müssen. Wenn Sie zurzeit an die eigenen vier Wände gebunden sind, erliegen Sie bitte nicht der Versuchung, nicht dringende Dinge über den Onlinehandel zu bestellen. Warten Sie ab, bis sich die Situation wieder beruhigt hat und kaufen Sie dann vor Ort beim lokalen Einzelhandel.

Die Stadt Plettenberg wird ihren Teil zur Unterstützung beitragen, indem auf Mietzahlungen der Gewerbetreibenden in städtischen Gebäuden verzichtet wird.

Auf Landesebene wird derzeit über die Erstattung der Beiträge für Kindertagestätten und Offene Ganztagsgrundschulen verhandelt. Einen entsprechenden Antrag hat auch die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Plettenberg gestellt. Unabhängig wie die Beratungen mit der Landesregierung ausgehen oder der Rat über den CDU-Antrag entscheiden wird, setzt die Stadt Plettenberg die Einziehung der Beiträge für April aus. Dabei geht es nicht nur darum, einen Ausgleich für nicht erbrachte Leistungen zu geben, sondern vor allen Familien zu entlasten, die sich derzeit aufgrund von Kurzarbeit finanziell einschränken müssen.

Alles, was in den letzten beiden Wochen passiert ist und alles, was noch auf uns zukommt, wird unser Zusammenleben auf lange Zeit verändern. Das werden wir als städtische Gesellschaft nur schaffen, wenn wir zusammenhalten. Ich war immer froh, in einer kleinen Stadt wie Plettenberg zu leben, wo die soziale Infrastruktur noch funktioniert, man sich kennt und man sich hilft. Die Großstadt mit ihrer Anonymität hat mich abgeschreckt. Wir sollten jetzt unseren Vorteil nutzen und beweisen, dass wir ein gemeinschaftliches Leben unter Beachtung aller Einschränkungen und Regeln in unserer Stadt erreichen können.

Bitte bleiben Sie gesund!
Ihr
Ulrich Schulte
Bürgermeister

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