Krisenstab jetzt auch in Plettenberg gebildet

Nach zunehmenden, deutschlandweiten Meldungen über Coronavirus-Verdachtsfälle hatte der Landrat des Märkischen Kreises Ende Februar 2020 bekanntlich bereits präventiv den Krisenstab des Märkischen Kreises aktiviert. Die Stadt Plettenberg ist am 3. März diesem Beispiel gefolgt und hat auf gemeindlicher Ebene – in Abstimmung mit der Wehrleitung - präventiv von der in ihrem Ermessen stehenden Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) einzurichten. Diese Möglichkeit ist nach Paragraf 35 Abs. 5 BHKG auch kleineren Gemeinden an die Hand gegeben. Leiter des SAE ist der Fachgebietsleiter Sicherheit und Ordnung, vertreten wird er von seinen beiden Sachgebietsleitern. Es ist aus meiner Sicht zunächst ein gutes Instrument, um den städtischen Entscheidungs- und Verantwortungsträgern bereits in einer „Frühphase“ der leider beginnenden Verbreitung eines Virus alle Mitteilungen des Krisenstabes MK unmittelbar zukommen lassen zu können. Diese Mitteilungen gehen in ein zentrales E-Mail-Postfach, sind auf diese Weise für die Leitungsebene der Verwaltung, das Fachgebiet Sicherheit und Ordnung, die Führungsebene der Feuer- und Rettungswache usw. sofort verfügbar. Liegen einsatzrelevante Fälle vor, trifft der Leiter SAE notwendige Anordnungen, bedient sich der vorberatenden und ausführenden Hilfe Dritter und übermittelt gewonnene Erkenntnisse unter anderem an den Krisenstab des Märkischen Kreises, um dort das jeweils aktuelle Lagebild zu komplettieren. 

Aktueller Sachstand: Laut Gesundheitsamt des Märkischen Kreises liegen – bezogen auf Plettenberg – jüngst zwei labortechnisch bestätigte Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus vor. Die Betroffenen sind bereits unter häusliche Quarantäne gestellt. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es in diesem Einzelfall keine gefährdeten Kontaktpersonen, so dass keine unmittelbaren Folgeinfektionen zu befürchten sind. Das Vorgehen des Gesundheitsamtes richtet sich nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, danach werden grundsätzlich vorsorglich auch mögliche Kontaktpersonen ermittelt. 

Die Aussprache und schriftliche Verfügung einer (häuslichen) Quarantäne erfolgt bei Gefahr im Verzuge direkt durch das Gesundheitsamt. Wird der Verfügung allerdings nicht Folge geleistet, wird die örtliche Ordnungsbehörde (Stadt Plettenberg) die Einhaltung der Verfügung nach dem Infektionsschutzgesetz durchsetzen, notfalls auch unter Vollzugshilfe der Polizei durch zwangsweise Unterbringung in einem abgeschlossenen Krankenhaus oder einem abgeschlossenen Teil eines Krankenhauses. Bislang gehen jedoch alle Beteiligten davon aus, dass sich Infizierte und Krankheitsverdächtige einsichtig zeigen und sich an Quarantäneverfügungen halten, um Dritte nicht unnötig zu gefährden. Zuwiderhandlungen gegen typische Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes (z.B. Zutritt gewähren, vollziehbare Anordnungen einhalten) können mit empfindlichen Strafen (Bußgeldern von bis zu 25.000 €, bei vorsätzlichen Verstößen, die eine Übertragung bestimmter Krankheiten zur Folge haben, Strafverfahren) geahndet werden.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen
Wie bei der saisonalen Grippe („Influenza“) und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen am besten auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus: eine gute „Husten- und Niesetikette“ (Niesen oder Husten in die Armbeuge oder in ein danach sofort zu entsorgendes Taschentuch, nicht in die Hände, nicht in den Raum hinein und keinesfalls in die Richtung von Personen), gute Handhygiene (die Hände regelmäßig mindestens 20 Sekunden gründlich – auch zwischen den Fingern - mit Wasser und Seife waschen, Türen ggf. mit dem Ellenbogen öffnen, Türdrücker mit dem Fingerknöchel bedienen, nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fassen) sowie möglichst Abstand zu Erkrankten (1,5-2 Meter) halten. Auch aufs Händeschütteln sollte zurzeit besser verzichtet werden. Der Hauptübertragungsweg ist die „Tröpfcheninfektion“. Diese kann von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über die Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden. Wer die genannten Hygiene-Grundregeln einhält, kann die Ansteckungsgefahr deutlich reduzieren. Auch der Faktor Zeit spielt eine Rolle: erfolgt eine Ansteckung erst zu einem späten Zeitpunkt, werden tendenziell noch bessere Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Um es deutlich zu sagen: Es ist keinerlei Panikmache angezeigt, aber ein besonnenes und angemessen achtsames Verhalten.

Ist die Stadt Plettenberg auf rettungsdienstliche Transporte Erkrankter oder Krankheitsverdächtiger eingerichtet?
Die Stadt Plettenberg ist für den Eigenbedarf entsprechend eingerichtet. Sie unterhält in der Feuer- und Rettungswache ein Pandemielager mit einem ausreichenden Vorrat an geeigneten „Infektionsschutz-Sets“ (Schutzbrille, Kittel, FFP3-Atemschutz etc.) und Desinfektionsmitteln. In diesem Zusammenhang wird um Verständnis dafür gebeten, dass die Feuer- und Rettungswache der Stadt Plettenberg bis auf weiteres Besuche von Besuchergruppen zurückstellen muss, um – wenn auch nur geringes – wechselseitiges Infektionsrisiko zu vermeiden. 

Informationsmöglichkeiten zu medizinischen Fragestellungen
Detaillierte Informationen zu medizinische Fragestellungen – ob generell oder im Einzelfall – können von der Stadt Plettenberg nicht gegeben werden.

Wie der Märkische Kreis bittet auch die Stadt Plettenberg darum, dass Bürger, die zurzeit grippeähnliche Symptome aufweisen und Kontakt mit Personen aus Risikogebieten oder möglicherweise Infizierten hatten, vorher ihren Hausarzt beziehungsweise eine KV-Notdienstpraxis telefonisch kontaktieren, um die weitere Vorgehensweise abzuklären.

Überdies hat das NRW-Gesundheitsministerium ein Bürgertelefon zum Coronavirus unter der Nummer 0211/91191001 geschaltet. Darüber hinaus ist das Infotelefon des Märkischen Kreises ist unter 02351/966-7272 von 7:30 bis 18 Uhr erreichbar. Zudem bietet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe unter der 116 117 einen telefonischen Patientenservice.

Großveranstaltungen
Veranstaltern von Großveranstaltungen sei in der gegenwärtigen Phase empfohlen, eine eigenverantwortliche Risikoeinschätzung anhand eines Kriterienkataloges des Robert-Koch-Instituts (RKI) vorzunehmen („COVID 19 - „Allgemeine Prinzipien der Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlung für Großveranstaltungen“) und – sofern die Veranstaltung stattfindet – dort gegebene Handlungsempfehlungen zur Risikominimierung zu berücksichtigen. 

Google Übersetzer

Wetter für Plettenberg

Veranstaltungen

Lade Kalender...