Rathausinnenhof

Stellungnahme des Jugendamtes Plettenberg zum tragischen Tod eines Pflegekindes in einer Plettenberger Pflegefamilie

An diesem Wochenende erreichte uns als Jugendamt Plettenberg die Mitteilung über den Tod eines Pflegekindes in einer Plettenberger Familie. Zuerst möchten wir allen Betroffenen unsere Anteilnahme aussprechen – so eine Tragödie ist eine schreckliche Nachricht, die auch uns tief bewegt hat. Als Jugendamt der Stadt Plettenberg bieten wir natürlich unsere Hilfe an, falls wir bei der Aufklärung der bisher ungeklärten Umstände dieses Falles beitragen können.  

Wir möchten und müssen an dieser Stelle aber auch klarstellen, dass das Jugendamt Plettenberg nicht für die Vermittlung und Betreuung der betroffenen Pflegefamilie zuständig war – auch wenn diese in Plettenberg lebt. Die Pflegeeltern hatten sich an einen freien Träger der Jugendhilfe gewandt und wurden von diesem überprüft und als geeignet befunden. Das Jugendamt Plettenberg war zu keiner Zeit an diesem Prozess beteiligt. Die Betreuung und Begleitung der Pflegeeltern erfolgte durch den freien Träger und durch das Heimatjugendamt des Kindes. 

Bevor nun Schuldige zur Rechenschaft gezogen werden, sollte zunächst die Klärung der Sachverhalte durch die Ermittlungsbehörden abgewartet werden. Nur so können aus den Fehlern, die gemacht worden sind, Veränderungen eingeleitet werden. Bis dahin möchten wir bitten, auch in den sozialen Medien von Unterstellungen ohne Kenntnis der Hintergründe oder des genauen Sachverhaltes abzusehen – auch aus Respekt vor den Betroffenen. 

Trotz dieser menschlichen Tragödie glauben wir als Jugendamt weiterhin fest an das Konzept der Pflegefamilie. Täglich werden wir mit Umständen konfrontiert, in denen unschuldige Kinder unter Missbrauch, Verwahrlosung, Suchtverhalten oder psychischen Erkrankungen der Eltern zu leiden haben. Wir sehen es als unsere Aufgabe, diesen Kindern durch die Unterbringung bei Pflegeeltern zu einem Leben zu verhelfen, in dem sie die gleichen Chancen wie andere Kinder ihres Alters auf eine geregelte und bessere Zukunft haben. Dabei zeigen von uns betreute Pflegeeltern ein großes Maß an Engagement – um diesen Kindern trotz ihrer teilweise schlechten Startbedingungen in das Leben ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Hierfür gebührt den Pflegeeltern unser Respekt und größter Dank. 

Und dennoch: Sollten Sie sich als Elternteil, egal ob Pflegefamilie oder nicht, einmal überlastet oder alleingelassen fühlen – bitte haben Sie keine Scheu oder Scham, sich für Hilfe und Unterstützung an Freunde, Familie oder an das Jugendamt zu wenden. Denn nur gemeinsam können wir auch in Zukunft Tragödien wie dieser vorbeugen. 

Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen.

 

Ulrich Schulte
Bürgermeister

Hans-Peter Kapitain
Fachbereichsleiter

Michael Schröder
Sachgebietsleiter
Allgemeiner sozialer Dienst

 

                                                                                                                                                              Dienst

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